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SANDERAU Ein hochkarätiges Programm lockte auch dieses Jahr über 1200 Besucher ins Art Depot.
VON ALEXANDER STIRN Wo sonst dicht an dicht Straßenbahnen parken, stieg am Samstagabend ein
Kulturspektakel der ganz besonderen Art. Im eher kahlen, von viel Beton dominierten Depot der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) entwickelte sich das vierte Art Depot zu einem kulturellen Schmankerl. Zu Beginn
gleich ein Paukenschlag: Kabarettist Mäc Härder brauchte nicht lange, um das Publi-kum in seinen Bann zu ziehen. Egal ob Rechtschreibreform, Sternzeichen oder Bundespolitik, dem fränkischen Spaßmacher war nichts
heilig. Doch Härder jonglierte nicht nur mit Worten. Egal ob mit Bällen, Hüten oder Federball-Schlägern, auch als Jongleur machte er eine gute Figur. und als sich Härder zum Abschluß alle möglichen und unmöglichen
Weichteile mit Wäscheklammern „piercte“, war der erste Höhepunkt im Depot perfekt.
Szenenwechsel: Drei „Kojen“ an der Längsseite der langen Halle waren der Bildenden Kunst gewidmet. Immer umringt von Besuchern legte dort der Künstler Giancarlo
Nannini letzte Hand an sein realistisches Gemälde „Körper im geschlossenen Raum“ an. Ulla Schoedel zeigte ihre Installation „Wie Spuren im Sand“, und Helma Diehm ließ bemalte „Tanzfahnen“ im Wind wehen.
Art Depot steht aber auch für Gegensätze: Während sich im hinteren Bereich der Halle Besucher bei Sekt und Weißwürsten, Bier und Lachs, angeregt unterhielten, wurde
es auf der Bühne ganz still: Der Pianist Peter Fulda und die Tänzerin Eleanora Allerdings entführten die Kunstfans mit ihrer Tanzperforrnance „Flügel“ in eine andere Welt.
Irgendwo zwischen ruhigem Chanson-Abend und hartem politischem Kabarett sind die Berliner Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn angesiedelt. Pigor,
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der wortgewandte Sänger und Schauspieler, klagte über den Wissenschaftsstandort Deutschland, die Probleme von Heterosexuellen oder mangelnde Zahnhygiene. Manchmal
als ratternder Sprechgesang, manchmal als lautmalerischer Höhenflug, aber immer hart an den Grenzen des guten Geschmacks. Benedikt Eichhorn begleitete ihn dabei gekonnt am Flügel, hatte immer das passende Stichwort
parat und gab auch schon mal das ein oder andere eigene Werk zum besten. Zwei Zugaben waren der Beweis, daß die beiden damit den Nerv des Publikums getroffen hatten. Bis nach Mitternacht hielt die Frankfurter
Frauenband „Kick La Luna“ die Besucher auf Trab. Ihre Mischung aus Soul, Funk, latein- und afroamerikanischen Rhythmen ließ so manchen das Tanzbein schwingen. Über 1200 Besucher, so die WSB, sind an diesem Abend dem
Ruf der Kultur ins Straßenbahndepot gefolgt - etwas weniger als die zunächst angepeilten 2000. Projektleiter Rudolf Karl, der zusammen mit Bernd Geiger und der Galeristin Brigitte Meister-Götz das abwechslungsreiche
Programm auf die Beine gestellt hatte, zeigte sich dennoch erfreut über den Zuspruch: „Ich glaube, wir haben dieses Jahr wieder eine gute Mischung geboten.“ Und auch im nächsten Jahr soll es wieder Kunst im
Straba-Depot geben. Das Thema dann, passend zu „100 Jahre Strom in Würzburg“: Energie.
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Thomas Pigor (rechts) und Benedikt Eichhorn waren nur zwei der Stars, die am Samstagabend über 1200 Kunst-Interessierte ins vierte Art Depot der WSB lockten.
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