Fränkische Landeszeitung, 17.06.2003 zu SambaSamba

DIE KITZINGER, 16.07.2001, zu “Kitzingen brodelt”

Hans Wichtig kürt OB Moser zum Star
Kitzingen brodelt: Kunst- und Kultur-Event am Marktplatz offiziell eröffnet – Neun Kitzinger Schulen haben zusammen die “Sonnenstraße“ vom Markt zum Brauhaus gestaltet
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Kitzingen (bag). Seit Samstag „brodelt“ Kitzingen wieder: Mit viel Tamtam wurde auf dem Marktplatz das Kunst- und Kultur-Event der Stadt eröffnet. Lauter, weithin schallender Trommelschlag erklang gegen 11.30 Uhr, als die Gruppe „Pica-Pau“ in bunten Kostümen durch den Markt zog und mit einem Walk-Act für erste Stimmung sorgte. Vor den dicht gedrängt stehenden Passanten betonte Oberbürgermeister Bernd Moser, dass nach dem Programm „Das Brauhaus brodelt“ im Vorjahr nunmehr die ganze Stadt brodeln solle. Kitzingen werde aber in Kunst und Kultur an diesem Wochenende nicht untergehen. „Assistiert“ wurde Moser von dem Action-Künstler Herbert Hartmann, der als „Hans Wichtig“ in der Montur eines Straßenkehrers die Action-Gruppe begleitete. Mit zahllosen unerwarteten Wort- und Gestenbeiträgen hatte der Mime stets die Lacher auf seiner Seite, Moser konnte kaum ungehindert seine Eröffnungsrede über die Bühne bringen. Während „Hans Wichtig“ mit einem zum Stern zusammengeklappten Zollstock den Oberbürgermeister zum „New Star of Kitzingen“ kürte, bekannte Moser, dass Kunst Arbeit mache, selbst bei der Eröffnung einer Veranstaltung. Kitzingen solle „als Kessel so richtig brodeln“, die

Seht her, der Mann ist wichtig: Der Aktion-Künstler Herbert Hartmann sorgte dafür, dass niemand Oberbürgermeister Bernd Moser übersah.

Bürger sich von der Kunst umarmen lassen. „Bernd ist noch ganz frisch und braucht Eure Liebe“, kommentierte der Straßenkehrer und zeigte sich überzeugt, dass Kitzingens OB – obwohl braun gebrannt – keinen „Dreck am Stecken“ habe. 

Neun Kitzinger Schulen gestalteten gemeinsam die ,,Kitzinger Sonnenstraße“ mit verschiedenen Kunstobjekten.    
 Foto: bag

Er forderte die Bevölkerung zu einem Statement auf: „Bernd, wir lieben Dich!“. Die beiden Schülerinnen Stefanie Zirndt und Julia Steffan erklärten am Mikrofon – ständig von lustigen Ideen des Komikers unterbrochen – Bedeutung und Entstehen der „Sonnenstraße“ wie sie neun Kitzinger Schulen gemeinsam gestaltet hatten. Erneut machte dann Pica-Pau lautstark auf sich aufmerksam und zog – begleitet vom kehrbesenschwingenden „Hans Wichtig“ und den begeisterten Zuschauern – durch den Marktplatz und zum Brauhaus. Dort tanzte die Jazztanzgruppe des Armin-Knab-Gymnasiums und die Kunstausstellung „Objekt 13" wurde eröffnet. Dabei stellen elf Künstler im Brauhaus ihre Objekte aus, präsentieren ein Spannungsverhältnis zwischen Alter Brauerei und Kunst der Gegenwart. Am Sonntag führte die Kunsthistorikerin Liane Thau durch die Ausstellung. Den ganzen Tag über war zwischen Marktplatz und Rathaus „Streetlife“ angesagt. Das Jongliertrio Firlefanz, die Clowns Frosch und Hanni, Zauberer Enrico und viele Musiker verwandelten die Innenstadt in ein Tollhaus

MAIN-POST Würzburg, 28.05.2001, zum SambaSamba-Festival:

Ausgelassene Stimmung beim Samba-Festival in Veitshöchheim  

Die Temperatur erreichte schier südamerikanisches Niveau, die Musik klang unverkennbar brasilianisch - und mit der Zeit bemächtigte sich auch tänzerische Ausgelassenheit der vielen Gäste beim Samba-Festival am Wochenende in Veitshöchheim.

Zwölf Samba- Gruppen, zwei Dance-Groups, eine Samba-Band und zwei Carnevalsmusikgruppen aus ganz Deutschland auf fünf Bühnen, ein DJ und insgesamt 60 Stunden Top-Programm - so weit die numerische Bilanz des ebenso farbenprächtigen wie klangfrohen Spektakels im Altort.

Nur Kenner dieser brasilianischen Lied- und Tanzform vermögen abzuschätzen, mit welcher Hingabe sich sowohl Sambistas als auch Anhänger dieser brasilianischen Kult-Bewegung in die Freuden südamerikanischer Lebensart stürzten. Verklärte Gesichter zu Hauf, hie und da ekstatische Tanzbewegungen - Zeichen dafür, dass Samba auch diesseits des großen Teichs seine Klientel hat. Extra heiß wurde die "Lange Samba-Nacht" in den Mainfrankensälen, auch wenn sich die Temperatur in der Dunkelheit eher den gängigen europäischen Verhältnissen angepasst hatte.

Foto: Schwarzott (MainPost)

Das Ambiente im Veitshöchheimer Altort war gut und reichhaltig ausgefallen. Viele Verpflegungsstände boten auch reichlich südamerikanische Speisen und Getränke an. Dass die Gastgeber es mit der Schreibweise beispielsweise von "Caipirinha" und "Chili" bisweilen nicht zu genau genommen hatten, legte gewiss kein Zeugnis über die Schmackhaftigkeit ab. Den Gästen war's sicherlich völlig Wurst.

Etwas mager schien die Farbenpracht ausgefallen zu sein. Zwar führten zwei exotische Schönheiten mit Glanz und Glitzer den Eröffnungszug an, doch von den Gruppen hinterher stach nur das "Quätschigedööns" aus Kreuzwertheim durch echt "samba-stische" Kostümierung heraus.

"Samba" - das ist eine brasilianische Lied- und Tanzform in vielen Varianten, heißt es im Brockhaus. Seine Quallen lassen sich bis in die Zeit der Sklaverei zurück verfolgen. Den Ausgangspunkt bilden afrikanische Reigentänze rituellen Charakters, die heute noch in den brasilianischen Karnevalsgesellschaften zu finden sind.

Aus diesen Reigentänzen der Sklaven entstanden unter dem Einfluss der von den Kolonisatoren mitgebrachten europäischen Tänze in den vergangenen Jahrhunderten viele eigenständige Folkloreformen. Besonders nach der Aufhebung der Sklaverei in Brasilien 1888 lässt sich eine Vielzahl von Tanz- und Musizierstilen belegen. Konzentriert haben sie sich in Rio de Janeiro, Bahia und Sao Paulo, hie und da aber auch auf dem armen Land.

Die große Beliebtheit europäischer Modetänze des 19. Jahrhunderts, besonders der Polka, führte zu weiteren Mischformen. Man bezeichnet die brasilianische Polka auch vielsagend als "Großmutter des Samba".
Von zz

DIE WELT, 28.05.2001, zum SambaSamba-Festival:

"MENSCH, MEIER!"
    
Ewige Sonne und rassige Samba-Tänzerinnen mit farbigen Glitzerkostümen und großen Federkronen - das kann doch nur der Karneval an der Copacabana sein. Falsch. Der Zuckerhut ist weit weg. Dennoch verwandelte dieses zweitägige Samba-Festival am Wochenende das fränkische Veitshöchheim bei Würzburg in ein kleines Rio de Janeiro. Samba-Gruppen präsentierten auf fünf Bühnen heiße Rhythmen mit Originalinstrumenten und steckten die Besucher mit südamerikanischer Lebensfreude und Temperament an. Der afrobrasilianische Tanz ist übrigens bereits seit 1924 in Europa verbreitet. Die Tänzerin auf dem Foto gehört zur Nürnberger Samba-Truppe "caipirinha do brasil".    tak

Foto: Eine Tänzerin der Gruppe "caipirinha do brasil".
(OLIVER LANG SANDERRING)

MAIN-POST Würzburg, 22.05.2000 zu “Brauhaus brodelt”

Gelungener Auftakt von „Das Brauhaus brodelt“ in der Bürgerbäu und die Erkenntnis:
Auch Kitzingen kann “es“

KITZINGEN (TSC) „Event“ ist bekanntlich englisch und heißt Ereignis. Dass das „Kitzinger Kultur-Event“ unter der Überschrift „Das Brauhaus brodelt“ tatsächlich zum Ereignis werden wird, scheint beinahe sicher. Bei der Eröffnung der Veranstaltungsreihe am Freitag lag jedenfalls eine Erkenntnis in der Luft: Auch Kitzingen kann „es“!     
Die Neuentdeckung schlechthin war für die meisten der zahlreichen Besucher das Ambiente. Der romantische Innenhof des Bürgerbräu-Anwesens sticht von der Nüchternheit der gleich nebenan liegenden ehemaligen Produktionsgebäude ab, die alten Hallen wiederum bieten im Inneren eine schön schräge Kulisse für die ausgestellten Kunstwerke der Ausstellung „Raum-Zeit“. Das Beste am Freitag abend aber war, dass irgendwie alles selbstverständlich erschien, gerade so, als könne in dieser Stadt und an diesem Ort eigentlich nichts Anderes mehr stattfinden.

Angesichts des Spannungsfeldes zwischen der Dekadenz der stillgelegten lndustrie-Architektur und der Frische der jüngst entstandenen Kunstwerke bot Oberbürgermeister Bernd Moser in seiner Eröffnungsansprache dann keinen Geringeren als Hermann Hesse auf. „Alle Kunst entsteht aus der Angst vor dem Tod“, zitierte er den Literaten. Und tatsächlich musste das Bürgerbräu-Anwesen wohl erst über Jahre hinweg seiner Bestimmung beraubt

werden, um dann mit dem „Brodelnden Brauhaus“ eine unerwartete Wiederauferstehung zu feiern. „Mir gefällt’s“, bekannte der OB nach einem Rundgang durch die künstlerisch verfremdeten Räume. Mit dieser Meinung dürfte er wohl am Freitag nicht allein gestanden sein. Mit Staunen im Blick eroberten sich auch die anderen Besucher Raum für Raum, Kunstwerk für Kunstwerk. Hausherr Jens Fiebig erinnerte an die Vorbereitung des „Events“, bei der man auch mit den unvermeidlichen  tausend kleinen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt habe. Allein die Bereitstellung und Installation der nötigen Technik für den Galeriebetrieb war offenbar schon eine gewisse Herausforderung. Aber auch Maler Franz Wörler sei schließlich zu seinen gewünschten Effekten („Da müsste mer mal a Lämple hinbringen“) gekommen. Dr. Harald Knobling, Kunsterzieher am Kitzinger Armin-Knab-Gymnasium und selbst Künstler, gab im Anschluss einen Überblick über die ausgestellten Werke und ihre Schöpfer. Dass er mitunter gegen ein bedrohliches Stimmengewirr anzukämpfen hatte, lag nicht nur an der Akustik. Zuvor hatten die Saxophonisten Michael Herbert und Jörg Meister mit ihren „Klangmalereien“ das Publikum wohl derart verzaubert, dass die Konzentration auf einen Vortrag deutlich schwer fiel. Wer bisher keine Zeit hatte: Das Brauhaus ,,brodelt“ noch bis zum Sonntag.

MAIN-POST Würzburg, 30.03.1998 zum ArtDepot

Im Betriebshof der Straßenbahn tummelten sich Kabarettisten, Musiker und Maler
Kultur erfüllt Betondepot mit Leben

SANDERAU
Ein hochkarätiges Programm lockte auch dieses Jahr über 1200 Besucher ins Art Depot.

VON ALEXANDER STIRN
Wo sonst dicht an dicht Straßenbahnen parken, stieg am Samstagabend ein Kulturspektakel der ganz besonderen Art. Im eher kahlen, von viel Beton dominierten Depot der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) entwickelte sich das vierte Art Depot zu einem kulturellen Schmankerl. Zu Beginn gleich ein Paukenschlag: Kabarettist Mäc Härder brauchte nicht lange, um das Publi-kum in seinen Bann zu ziehen. Egal ob Rechtschreibreform, Sternzeichen oder Bundespolitik, dem fränkischen Spaßmacher war nichts heilig. Doch Härder jonglierte nicht nur mit Worten. Egal ob mit Bällen, Hüten oder Federball-Schlägern, auch als Jongleur machte er eine gute Figur. und als sich Härder zum Abschluß alle möglichen und unmöglichen Weichteile mit Wäscheklammern „piercte“, war der erste Höhepunkt im Depot perfekt.

Szenenwechsel: Drei „Kojen“ an der Längsseite der langen Halle waren der Bildenden Kunst gewidmet. Immer umringt von Besuchern legte dort der Künstler Giancarlo Nannini letzte Hand an sein realistisches Gemälde „Körper im geschlossenen Raum“ an. Ulla Schoedel zeigte ihre Installation „Wie Spuren im Sand“, und Helma Diehm ließ bemalte „Tanzfahnen“ im Wind wehen.

Art Depot steht aber auch für Gegensätze: Während sich im hinteren Bereich der Halle Besucher bei Sekt und Weißwürsten, Bier und Lachs, angeregt unterhielten, wurde es auf der Bühne ganz still: Der Pianist Peter Fulda und die Tänzerin Eleanora Allerdings entführten die Kunstfans mit ihrer Tanzperforrnance „Flügel“ in eine andere Welt.

Irgendwo zwischen ruhigem Chanson-Abend und hartem politischem Kabarett sind die Berliner Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn angesiedelt. Pigor, 

der wortgewandte Sänger und Schauspieler, klagte über den Wissenschaftsstandort Deutschland, die Probleme von Heterosexuellen oder mangelnde Zahnhygiene. Manchmal als ratternder Sprechgesang, manchmal als lautmalerischer Höhenflug, aber immer hart an den Grenzen des guten Geschmacks. Benedikt Eichhorn begleitete ihn dabei gekonnt am Flügel, hatte immer das passende Stichwort parat und gab auch schon mal das ein oder andere eigene Werk zum besten. Zwei Zugaben waren der Beweis, daß die beiden damit den Nerv des Publikums getroffen hatten. Bis nach Mitternacht hielt die Frankfurter Frauenband „Kick La Luna“ die Besucher auf Trab. Ihre Mischung aus Soul, Funk, latein- und afroamerikanischen Rhythmen ließ so manchen das Tanzbein schwingen. Über 1200 Besucher, so die WSB, sind an diesem Abend dem Ruf der Kultur ins Straßenbahndepot gefolgt - etwas weniger als die zunächst angepeilten 2000. Projektleiter Rudolf Karl, der zusammen mit Bernd Geiger und der Galeristin Brigitte Meister-Götz das abwechslungsreiche Programm auf die Beine gestellt hatte, zeigte sich dennoch erfreut über den Zuspruch: „Ich glaube, wir haben dieses Jahr wieder eine gute Mischung geboten.“ Und auch im nächsten Jahr soll es wieder Kunst im Straba-Depot geben. Das Thema dann, passend zu „100 Jahre Strom in Würzburg“: Energie.

Foto: Pompeztki

Thomas Pigor (rechts) und Benedikt Eichhorn waren nur zwei der Stars, die am Samstagabend über 1200 Kunst-Interessierte ins vierte Art Depot der WSB lockten.

Trend Würzburg, 10/94, zur Kunst auf der Ladestraße 

Kunst auf der Ladestraße
Ausstellung und Musik. 24. und 25.9. Würzburger Hofbräu

Ca. 80m Länge und 25m Breite sind für die Kunst da, wenn die Hofbräu einlädt zur “Kunst auf der Ladestraße“, einem Konzept von Brigitte Meister-Götz und Bernd Geiger. Vier Künstler aus dem Raum Würzburg: Marlen Seubert, Hans Jürgen Freund, Herbert Janouschkowetz und Joachim Koch haben ein Konzept ausgearbeitet, um sich der Möglichkeit des Raumes zu bedienen. dazu zeigen die Tänzerin Lisa Kuttner und der Musiker Wolfgang Salomon eine Tanzperformance. Elke Neugebauer wird danach mit Klavierbegleitung Liebeslieder von Bert Brecht zum besten geben. Am Sonntag spielt „Jazz 4 Fun“ swingenden, groovenden Modern Jazz zum Entspannen.           sey